Archive for September, 2005

mitternachtskonzert

Friday, September 30th, 2005

An die anatolischen Vollhonks (hihi, wortspiel), heute Nacht vor meinem Fenster:
“Seehr geehrte Huper,
mit großer Bestürzung… ”
Ach was, hier: Ich schlage euch die StVO gleich so um die Ohren. Als Germane darf ich das. Mit Gesetzen schmeißen.
§16 Warnzeichen
(1) Schall- und Leuchtzeichen darf nur geben,
- wer außerhalb geschlossener Ortschaften überholt (§ 5 Abs. 5) [...]

wegundso

Thursday, September 29th, 2005

beim betrachten der morgendlichen getränkgefäße kommen einem ja so die unterschiedlichsten gedanken. man träumt so vor sich hin, das getränk rührend. rührend. schaut aus dem fenster, schaut lieber wieder auf das getränk. sinniert vor sich hin, was man wohl machen würde, wenn man das gerade hier nicht mache würde. irgendwo anders ein anderes getränk rühren. [...]

einstiegschancen

Wednesday, September 28th, 2005

Es gibt Momente, da bereut man seine gute Erziehung, oder dass man schüchtern ist – oder beides. Es gibt Augenblicke, da möchte man seinen Respekt vor der älteren Generation ignorieren. Es gibt Gelegenheiten, da möchte man alte Damen in rosa Kostümen einfach von der S-Bahn Tür wegschubsen. Das ist dann, wenn besagte Individuen sich an [...]

landung

Tuesday, September 27th, 2005

müde; eindrücke im kopf: alte taxifahrer mit viel zu großen ohren, europäische großstädte mit viel zu langen wegen; gerüche in der nase: von fetten männern in viel zu kleinen flugzeugsitzen, von tapas auf viel zu kleinen tischen; wörter im ohr: neue menschen mit viel zu vielen geschichten, interessantes und viel zu wenig zeit. andere sichtweisen [...]

verstrombergt

Sunday, September 25th, 2005

“Wir reden gerade über Gehirne ab 40.”
“Außen Frau Merkel, innen ‘nen Ferkel.”
“Vielleicht hat man mich als Kind zu heiß geröntgt.”

die frau vom meer

Sunday, September 25th, 2005

Der Einstand von Friedrich Schirmer, dem neuen Intendant am Hamburger Schauspielhaus, fällt sehr maritim aus. Nicht nur durch das neu gewählte Logo, den Delphin, sondern auch durch das erste große Stück im Haus.
Henrik Ibsens »Die Frau vom Meer« erzählt in der Inszenierung von Jacqueline Kornmüller von Gewohnheit, den Träumen nach der weiten Welt, dem offenen [...]

Sonntagsausflug

Sunday, September 25th, 2005

Die Sonne scheint und die Menschen, die mir auf dem Weg nach Hause begegnen, sehen zufrieden aus. Ich schreibe diese Zufriedenheit in den Gesichtern eindeutig diesem schönen Wetter zu. Von weitem höre ich eine aufgeregte Stimme. Sie gehört zu einer Frau, die auf dem Gehweg steht. Drei Meter entfernt von ihr, ist ein Mann, der [...]

kerzen und altbier

Saturday, September 24th, 2005

“Ist nicht das Leben kurz und öde genug?
Sollen die sich nicht anfassen, deren Weg miteinander geht?”
Goethe an Gottfried August Bürger, 1774

bilder am abend

Friday, September 23rd, 2005

Salz in der Luft. Salz in der Nase. Wind im Gesicht. Sand an den Schuhen. Dick eingemummelt. Kälte an den Händen. Sonne am Horizont. Wolken tief am Himmel. Keine Menschen. Du. Lange Nächte. Kurze Tage. Feuer im Kamin. Schnee draußen. Lange nichts. Meer. Dezember. Vorfreude.

politikgeräusch

Friday, September 23rd, 2005

Der Worte sind genug gewechselt,
Laßt mich auch endlich Taten sehn.
Indes ihr Komplimente drechselt,
Kann etwas Nützliches geschehn.
Faust, Goethe

bloggerdings

Friday, September 23rd, 2005

ein Mann, der etwas auf sich halte, habe sich stets zu beherrschen,
wenn ihn das Jucken ankomme, etwas zu schreiben;
er habe den großen Drang im Zaum zu halten,
solcherlei Zeitvertreib an die Öffentlichkeit zu bringen;
durch den Eifer, seine Werke zu zeigen,
laufe man Gefahr, klägliche Rollen zu spielen.
aus “Le Misanthrope” von Molière

sackgasse

Friday, September 23rd, 2005

“Wenn Du nicht willst, dann will ich auch nicht mehr!”
“Ach, na gut, ich will!”
“Nö, jetzt will ich erst recht nicht mehr…”

freitagsgedanken

Friday, September 23rd, 2005

tierische trübe masse dort hinten auf dem kleinen nachttisch aus edelholz mit liebevoll gearbeiteten stoffintarsien. wamm machte die faust, als sie mit überirdischer geschwindigkeit auf das klapprige gestell am bahnhof sauste und dabei alles mitnahm, was nicht über eins fuffzich kostete. man konnte ja nie wissen, wo man diesen plunder noch verwenden oder verscherbeln kann. [...]

realitätsträume

Thursday, September 22nd, 2005

Ferngesteuerte kleine Hubschrauber, mit lustig aussehenden Piloten (warum überhaupt ferngesteuert dann?); Passagiere, die sich als Geiseln entpuppen; durchdrehende Karuselle; Versteckspiele im ersten Stock; Waffen hinter dem Badezimmerspiegel; vermummte Köpfe, die in Fenstern auftauchen; bekannte Menschen in Uniform; Treppen an Holzwänden; schweißgebadetes Aufwachen; verschwundene Schuhe; Spanier, die Reden üben in der U-Bahn; Menschen mit fürchterlichen Strümpfen; [...]

tragik

Tuesday, September 20th, 2005

“Also diese Socken da, ne? Also das ist aber auch deren letzte Tragung!”

faust verirrt

Tuesday, September 20th, 2005

“Da bin ich Arschloch, da darf ich’s sein!”

traumwelt

Tuesday, September 20th, 2005

“Und dann gehen wir auf Tour durch Deutschland. Von Stadt zu Stadt. Mit ‘nem alten VW-Bus. Du spielst abends, und der Hund und ich kümmern uns um all die anderen Sachen. Und dann haben wir jeden Tag einen Hut voller Geld. Manchmal auch weniger. Und davon kaufen wir uns Essen und Sprit und fahren zur [...]

bruchstücke

Tuesday, September 20th, 2005

“Du, ich kann so nicht einschlafen, wenn du so dicht leben mir liegst.”
“Wo er morgen wohl sein wird?”
“Wollen wir Kinder machen?”
“Irgendwo auf dem Marsch ins Ausbildungslager.”
“Ich will Schnee, für 5 Lappen.”
“Willst du schon gehen? Der Tag ist doch noch fern.”
“In Mare Serenitates”
“Und wenn ich einmal groß bin, werde ich Räuber, wie mein großer Bruder. Der [...]

wahlsonntach

Sunday, September 18th, 2005

Und denn war ick – ne, denn war ick bei de Sozis. Ick bin nämlich bei Lichte besehn ein jeübter Sozialdemokrat. Mein Vater war Unteroffizier, da liegt de Disziplin so inne Familie! hä, hä, hä!
Also – also, wie ick in den Saal komme,
da hat ooch jrade eener so scheen jeredet.
Und während de Leute schliefen,
da sach [...]

zwischentext

Saturday, September 17th, 2005

“Du sollst doch nicht zwischen den Zeilen lesen, wenn da nichts ist.”
“Dann subtexte doch einfach nicht so viel!”