Archive for October, 2005

saisonende

Sunday, October 30th, 2005

Die Strandkörbe werden reingeholt. Die Tische und die Stühle draußen vor dem kleinen Kaffee sind verwaist. Die Fensterläden der Rettungsstation unten am Strand sind verschlossen. Die Sonne lugt gerade noch so über den Horizont im Westen. Die Wellen plätschern leise gegen die Buhnen. Der Wind ist kälter und sucht sich seinen Weg durch die [...]

herbstpaziergang

Friday, October 28th, 2005

Auf dem Weg zu dir das Laub im Wind tanzen sehen. Zwischen den Ästen das Strahlenspiel der Sonne beobachten. Das kleine Bächlein im Rinnstein fließen hören. Den Kindern beim Spielen zuschauen. Merken, wie sich ein Grinsen auf dem Gesicht breit macht. Das Kitzeln der Herbstluft im Nacken spüren. Langsamer laufen. Genauer hinschauen. Herbst erleben.

improvisierte improvisation

Thursday, October 27th, 2005

Impro - äh - visa - äh - dings. Also, was ist das eigentlich? Klar, sagen viele, das ist das hier mit der Cordula. Das da im Fernsehen. Das witzige da. Manch einer wirft noch “Dittsche” hinterher. Nun, das scheint alles richtig. Irgendwie. Es ist alles irgendwie Improvisation. Das eine mehr, das andere weniger.
Nun [...]

kopftheater

Monday, October 24th, 2005

Da oben wird gerade Hamlet gegeben. Die Norweger ziehen gegen Polen, Hamlet kaspert mit Polonius rum, Ophelia labert Blödsinn, und der Alte schaut sich das aus dem Jenseits an und schüttelt mit dem Kopf. Etwas ist faul im Oberstübchen. Die Erkältung in Gestalt von Fortinbras reibt sich die Hände. Der Schädel fühlt sich irgendwie an, [...]

fieberträume

Sunday, October 23rd, 2005

turnhallengerüche, kopfschwere, kindergeschrei, lehrerdrohungen, wendeltreppen, panzerfahrten, jugendlieben, fahrstuhlängste, gemüseohren, ausfallstunden, tischtennis, biolehrerin, nasenbluten, mittagspause, bohnerwachs, pionierappelle, abrisshäuser, ferne tage.

extreme dreaming

Friday, October 21st, 2005

den wecker jede viertel stunde klingeln lassen, und sich dazwischen ein medley zusammenträumen.

kleinaktionärsgespräche

Thursday, October 20th, 2005

Trocken, ganz trocken war das. Und mein Mann und ich, wir sind ja mit der Queen Mary von Southhampton bis nach New York. Ja, aber informativ war er schon. Naja, mir war er zu trocken. Mit der Queen Mary 2 nämlich. Zahlen können doch auch informativ sein, auch wenn sie trocken sind. Also die Überfahrt [...]

vorschnell

Thursday, October 20th, 2005

Berühmte letzte Worte des frischgebackenen Schauspielschülers zum Spielleiter: “Das sehe ich anders!”

spielträume

Tuesday, October 18th, 2005

der mann, der weinend und aufgeregt das taschentuch am fenster der s-bahn schwenkt. der pfeiffer, der der großstadt enflieht. das paar, welches sich auf dem bahnsteig streitet. der betrunkene, der allein auf dem barhocker in der schäbigen kneipe sitzt. das freche mädchen, welches bockig vor den eltern auf der straße steht. das verschmitzte lächeln im [...]

frühstücksgespräch

Sunday, October 16th, 2005

“Der Brotkorb, äh, na der ist aus Brotkorb.”
“Was? Hihi!”
“Dödel!”

sonntag morgen

Sunday, October 16th, 2005

dieses neinichwillnochnicht-gefühl, die nocheinentagnichtstun-gedanken, das achdashatdochnochzeit-abwinken. die sonne draußen scheint das gleiche zu denken und strahlt übers ganze gesicht. alles ist etwas langsamer. aber das macht nichts. musik an, den kaffee-becher fest in die hand, die augen wieder zu, die sonne in der nase kitzeln lassen. dann die menschen draußen auf dem weg zum bäcker [...]

albträume

Saturday, October 15th, 2005

Das Schloss stand groß und drohend in dem Tal, welches wir gerade durchquert hatten. Jeder brabbelte sein eigenes Zeug, hatte seine eigene Vorstellung von den Taten, die seit Jahren geruht hatten, jetzt aber nun endlich zum Leben erweckt werden sollten. Kein Laut war von dort drüben zu hören, von dem Platz, von dem sie noch [...]

gedanken am abend

Friday, October 14th, 2005

“Das ist in der Welt nun einmal nicht anders, keiner gönnt dem andern seine Vorzüge, von welcher Art sie auch seien, und da er sie ihm nicht nehmen kann, so verkleinert er oder leugnet sie oder sagt gar das Gegenteil. Genieße also, was Dir das Glück gegönnt und was Du Dir erworben hast und suche [...]

leuchtfeuer

Thursday, October 13th, 2005

Der Tee steht heiß und dampfend neben mir. Die letzten, schwachen Strahlen der Abendsonne kitzeln mich leicht von der Seite in den Augen. In Gedanken ist man bereits etwas weiter in der Zeit und an einem anderen Ort. Zwischendurch schlürft man am Tee, hält inne und schaut auf das Foto, welches neben einem auf dem [...]

lösungsorientiert

Thursday, October 13th, 2005

Consultants gibt’s viele. Vor allem viele hier. Und alle lassen was da: gute Ratschläge, Verbesserungen, Ideen, Lösungsansätze, Einsparpotential, schicke Präsentationen, Whitepapers, Roadmaps. Für alles mögliche. Über alles mögliche. Was mich aber am meisten warm ums Herz werden lässt, sind die Tassen, die man in der Küche findet, sobald die Herde das Gebäude verlassen hat. Soviel [...]

fernsehabend

Thursday, October 13th, 2005

“Nicht nur die Aspirin, sondern auch ich war völlig aufgelöst und saß auf der Couch.”

zip zap rap

Wednesday, October 12th, 2005

The McKeithens are the right Joyce when it comes to singing in the Country Church on Julie’s Sixteenth Birthday.

cave meets theater

Wednesday, October 12th, 2005

“My name is Loretta but I prefer it Lottie
I’m closing in on my fifteenth year
If you think you have seen a pair of eyes more green
Then you sure haven’t see them around here”
“Meine Haare sind nicht braun und meine Augen sind nicht grün!
Es ist genau anders herum!”

voigt unplugged

Tuesday, October 11th, 2005

“täte ehner was erfinden,
dass der dreck der welt
plötzlich könnte ganz verschwinden,
der mann wär eh held.”

rethorische verwirrung

Tuesday, October 11th, 2005

der chiasmus von rassmus ist ein pleonasmus mit rhythmus.