Author Archive

marathon

Thursday, June 1st, 2006

Spielen. Die sonstigen Gedanken einmal abschalten und sich einfach fallen lassen. Den großen Schalter im Kopf umlegen und einfach das machen, was einem gefällt. Mut zum Scheitern. Ein ganzes Wochenende lang. Improvisation. Man fühlte sich wieder an die langen Proben-Wochenenden erinnert. Die Premiere der Inszenierung, die man so lange vorbereitet hatte rückte immer näher, und [...]

bilanz

Wednesday, May 17th, 2006

“Du bist wirklich sowas von! Also sowas von untererträglich!”

frühlingsabend

Friday, May 5th, 2006

Am Fenster der S-Bahn stehen, das Rütteln in den Beinen fühlen, melancholisch der Musik lauschen – “Nichts ist unendlich” – gedankenversunken das Grün der Bäume an einem vorbei ziehen lassen, das alte, Händchen haltende Ehepaar auf den Sitzen gegenüber unbewusst anlächeln. Beim Aussteigen die Sonne spüren, tief einatmen. Einfach den Abend mit Freunden am Wasser [...]

morgengedanken

Sunday, April 30th, 2006

“Das Leben war ihnen ein Rätsel, dessen Auflösung sie nur miteinander fanden.” – Goethe, in “Die Wahlverwandschaften”

hochzeitskaffee

Saturday, April 29th, 2006

Kaffeeduft erfüllt den dunklen, kleinen Raum. Der Tisch war bereits gedeckt. 150 Jahre alt sollte das Porzellan sein, so wurde aus dem Hintergrund gerufen. Zucker wurde reichlich gereicht. Es war ja schliesslich auch Hochzeit. Zumindest sollte dies der Anlass sein. Aber irgendwas verhinderte, dass sie stattfinden konnte. Etliche Runden sind wir vorher schon im Flugzeug [...]

abendvergnügen

Friday, April 21st, 2006

“… und abends gehe ich immer nach Hause und drücke kleine Cocktailtomaten in meinem Mund aus …”

traumkorken

Thursday, April 6th, 2006

Ganz behutsam trugen wir die kleinen Fässchen mit den Korken hin zu dem Wagen im Hinterhof. Fein säuberlich waren dort all die anderen Korken aufgestapelt. Man musste schon aufpassen, wenn man die kleinen Fässer umdrehte, um die Korken sauber auf der Pritsche des LKW zu platzieren. Es war eine unglaubliche Friemelarbeit, aber es machte einen [...]

blütenstil

Sunday, April 2nd, 2006

“Ostern wirft seine Eier voraus” Klar. Und der Nikolaus seinen Sack hinterher …

lehrjahre

Thursday, March 30th, 2006

“Lehrjahre sind keine Herrenjahre” schmetterte er, lehnte sich zurück, streckte sich und grinste wissend und triefend in die Runde. Dabei sah er doch selbst noch milchbübig aus, mit der Pennälerbrille auf der Nase, und den sauber geschnittenen, kurzen Haaren. Irgendwas mit Banken macht der. Oder mit Versicherungen, mit Sicherheit. Vielleicht auch SAP-Berater. Seine langen, dünnen [...]

frühling – irgendwo

Saturday, March 25th, 2006

Am Morgen die Augen reiben und den Vögeln da draußen zuhören. Am Fenster stehen und den Regentropfen zusehen. An dem kleinen Bahnhofsimbiss eine Wurst essen, dabei den Zügen nachschauen. Durch die Einkaufsstraßen bummeln, den Kragen hochgeklappt und den Wind riechen. Am Nachmittag alte Bilder rauskramen und von warmen Sommernächten träumen. Der Musik lauschen. Sich über [...]

virginiablues

Wednesday, March 15th, 2006

Draußen pfeift der Wind, spielt übermütig mit den Baumwipfeln. Die Sonne versucht die Temperatur auf zwanzig grad zu halten. Hier drinnen bläst mir die Klimaanlage kalte Luft in den Nacken. In meinem Kopf sind so viele Gedanken und Ideen. So viele Dinge stürmen auf mich ein, Möglichkeiten, neue Wege. All die Informationen rangeln sich da [...]

musiküberfluss

Friday, March 10th, 2006

“Du hast ne CD gekauft? Wir haben doch schon welche! Wann willst Du denn die ganze Musik hören?”

sommergäste2 – notizen

Wednesday, March 8th, 2006

Und sie bekommen es nicht mit, dass sie da über sich selbst lachen. Sie nehmen diesen übergroßen Spiegel, der ihnen da vorgehalten wird einfach nicht war. “Jeder von uns saugt doch ein kleines bisschen Glück in sich auf. Und wer sind wir denn, dass wir, die wir schon unseren Müll vor die Tür stellen, jeden [...]

Oświęcim

Sunday, March 5th, 2006

Der Regen tropft von dem alten Dach. Der nasse Backstein schimmert dunkelgrau durch den Nebel. Die Luft ist feucht und kalt. Ich blicke auf eine kahle Fläche, die von alten Mauerresten durchbrochen wird. Symmetrisch angeordnet verschwinden sie scheinbar am Horizont im Nebel. Der Wind pfeift durch die zerbrochenen Scheiben. Ich habe gehört, was hier passiert [...]

schneedings

Wednesday, March 1st, 2006

schneeflöcken, weißröckchen, wann kommst du … ah, da sind sie ja schon. ich komm mir vor, wie in einer schneekugel. die schütteldinger.

Die Leiden des jungen Werthers

Sunday, February 26th, 2006

In der Psychologie spricht man angeblich vom “Werther-Effekt”, während kurz nach Erscheinen des Briefromans von Goethe im Jahre 1774 – Goethe war gerade 25 Jahre alt – eine ganze Generation sich in Werthers Schicksal wieder erkennen zu glaubte: Nachdichtungen, Opern, Parodien, selbst die gleichen Klamotten soll man getragen haben. Das ist alles weit über 200 [...]

februargrau

Saturday, February 25th, 2006

Der Wind spielt draußen mit den wachsenden Müllbergen, der Abstellplatz versinkt in blauen Tüten, der Himmel hat sich grau verschleiert, will das Elend nicht sehen. Die Ungewissheit lugt um die Ecke, scheint die nächsten Tage fest im Griff. Das Licht fällt spärlich ins Zimmer, die Kälte lauert vorm Fenster. Die Unsicherheit will sich in das [...]

valley-notizen

Monday, February 13th, 2006

Da sitzt man in dem riesigen, allradgetriebenen, voll klimatisierten (4 zonen, jaja), sichtgeschützten, übermotorisierten – äh – Ding, und während man noch überlegt, wie wohl der Fahrradfahrer auf diese dicht befahrene Straße kam – und wie lang er wohl überleben wird, sieht man am Straßenrand Menschen, augenscheinlich lateinamerikanischer Abstammung, die in der Hand große, bunte [...]

kreativschnitte

Tuesday, February 7th, 2006

Die Kreativität mit Mozart gießen, alternativ Nyman. An den Knöpfen drehen, die richtige Idee finden, die richtige Geschichte erzählen wollen, der Zeit beim dahin rasen zuschauen. Sich in Bildern verfangen, durch die Vergangenheit reisen, in ferne Erlebnisse abschweifen. Von der Zeit eingeholt werden und merken, dass sich trotz Kreativitätsschub noch immer nichts getan hat. Alles [...]

Sommergäste – oder ein Theaterbesuch

Sunday, February 5th, 2006

Der Leerlauf der Konventionen und Gewohnheiten ist spürbar. Man ist Gast, trifft seinesgleichen, guckt sich das an, was da so abgeht. Führt die ewig gleichen Gespräche. Ist gelangweilt, bewahrt trotzdem Haltung. Freut sich auf die Pausen. Und auf das Ende. Ganz besonders das Ende. Beklatscht das, an das man sich schon gar nicht mehr erinnern [...]


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