Kaffeeduft erfüllt den dunklen, kleinen Raum. Der Tisch war bereits gedeckt. 150 Jahre alt sollte das Porzellan sein, so wurde aus dem Hintergrund gerufen. Zucker wurde reichlich gereicht. Es war ja schliesslich auch Hochzeit. Zumindest sollte dies der Anlass sein. Aber irgendwas verhinderte, dass sie stattfinden konnte. Etliche Runden sind wir vorher schon im Flugzeug über dem kleinen Ort gekreist, immer vorbei an der alten Schule, die so viele Geschichten barg, durch Brücken hindurch, auf der Suche nach einem Platz zum Landen. Schwerfällig legte sich die Maschine dabei in die Kurven, und ihr Lack glänzte im Schein der untergehenden Sonne.

Da stand er nun also auf dem Tisch, der dampfende Kaffee – mit so viel Zucker. Das Porzellan, welches trotz seines Alters das erste Mal genutzt wird, funkelte im spärlichen Licht, welches die Kerzen warfen. Alle die am Tisch saßen, kamen mir so unglaublich vertraut vor, als würden wir schon ewig hier sitzen, als würden wir schon immer Zucker im Kaffee verrühren und uns über das Porzellan unterhalten.

Das kleine Hotel, in dem das alles stattfinden sollte, schien gut ausgesucht. So viel Zeit hatte ich hier schon verbracht, so viel Gänge und Räume bereits erkundet. Und doch war es meist irgendwie unheimlich. Die Brötchen, die wir das letzte mal nicht schafften lagen noch immer irgendwo versteckt. Auch der alte Duschvorhang, der mir meist die Sicht auf die Dinge nahm, hing noch immer an der alten Stelle.

Irgendwann wurde mir das letzte Stück Zucker angeboten. Ich traute mich noch immer nicht, das alte Porzellan anzufassen. Der Kaffee war inzwischen ausgetrunken, als es langsam noch dunkler in dem kleinen Zimmer wurde. Aus der Ferne hörte ich Kinderlachen, spürte die Erschütterungen, als das Flugzeug noch immer seine Kreise über dem kleinen Hotel flog. Ich schloss die Augen, atmete tief ein. Es roch nach Kaffee – und wohl auch nach den Brötchen, die noch irgendwo versteckt waren. Dann schlief ich ein.