July 28th, 2010
diese vertraute melodien in der fremden umgebung. der schauer der einem bei jeder note ueber den ruecken laeuft. das laecheln, welches sich unweigerlich in das gesicht schleicht. entzueckung, die den ganzen koerper erfasst. bekanntes. faszinierendes. was ist es, das emotionen sichtbar, greifbar macht. dem alten meister zuzuschauen, wie seine werke neu interpretiert werden, ihn nicken sehen, ihn dankbar sehen. die musik greifbar. wie farben, wie wind durchziehen sie den raum. da, wieder dieser schauer. gaensehaut. und irgendwo dieser sturm und drang, der doch noch irgendwo schlummert. ein schoenes gefuehl. moege es bleiben. fuer immer. musik. emotionen.
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July 21st, 2010
das kann doch alles nicht sein, murmelte es vor sich hin. irgendwo dahinten war es. er war sich da ganz sicher. erst gestern hatte er sich noch eine notiz auf sein nachttischchen gelegt. die musik von oben wurde jetzt auch immer lauter. was für deppen. pit und pat hatte er vor einer woche wiedergesehen und war völlig hin und weg. das mäntelchen hing ganz einsam in seinem schrank und hätte es von dem ganzen mist früher erfahren, hätte es mit sicherheit schon lange seine koffer gepackt und wäre weg. leise reihen sich die noten aneinander. ganz sanft dringen sie an sein ohr. dieser leichte schauer jedesmal. nimmerland. so muss das aussehen, was jeder ganz für sich selbst bestimmt. fast zum greifen nahe und doch so fern. die sehnsucht hat schon wieder einen streich gespielt. da, wieder dieser schauer. dieses wunderbare schwebegefühl. träumen. fantasie. schauspiel. Morgen wird er pit und pat schreiben. ganz bestimmt.
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March 7th, 2010
das blatt, welches sich im wind wiegt. der regentropfen auf deiner nase. der sonnenstrahl, der sich im fenster bricht. das spiegelbild in der pfuetze. die berge am horizont. das kinderlachen. der brief, den man schrieb aber nie abschickte. das verblichene foto im regal. die gedanken, die kein ziel finden. das lachen aus der ferne. die endlosen wiesen im fruehling. die musik, die einem nicht mehr aus dem ohr will. das gemeinsame anschmiegen, waehrend draussen der sturm tobt. die blume, die allein vorm fenster steht. der anruf, der nie kommt. der tisch gedeckt, aber doch leer. der kalte wind, allein auf der strasse an einem novemberabend. sich anlachen. all das ist. leben.
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October 27th, 2008
der regen tropft leise von draussen an das beschlagene fenster. der wind spielt mit den ersten blättern auf der straße. hastig rennt sie gegenüber zum auto. die sonne schickt ihre letzten strahlen des tages durch die wiegenden bäume. am horizont verhüllt nebel die berge. mein blick geht hinüber zu dem bild auf dem schreibtisch. wie musik fliegen die gedanken, wie farben vermischen sie sich und lassen etwas wunderbares entstehen. der hund zieht an seiner leine, will schneller nach hause. der mann zieht den reissverschluss und den kragen höher. eine fantastische komposition entfaltet sich vor meinen augen. vergangenes schiebt sich in das bewusstsein, man will es greifen, festhalten. der letzte sommer, das vergangene jahr. der duft verwelkter blumen steigt in die nase. knisternd und flackernd erwachen die straßenlaternen zum leben. schwach erhellt ihr schein das zimmer. sitzen, fühlen, atmen, teilen. leben.
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September 16th, 2008
ich habe rühmann getroffen. wir sassen beim tee, haben ueber filme geschnackt, er zeigte mir seinen garten. dann hat er mich seiner frau vorgestellt. er lächelte die ganze zeit. ein schoenes häuschen hat er auch gehabt. er schwärmte viel vom fliegen. er teilte einige geheimnisse der schauspielerei. die leisen töne! die leisen töne, die sind wichtig. dann hat er wieder gelächelt. still. faszinierend.
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July 31st, 2008
ich hatte mich immer gefragt, wie das so ist, wenn man so einen anruf bekommt. wer, was wird man denken, wie fuehlen, wie reagieren? dann war es soweit. und es war – komisch. die vorstellung, dass der mensch jetzt nicht mehr ist, den man kannte. den man noch vor kurzem nach langer zeit wiedergesehen hat. wohl abschied genommen hat. das gehirn sucht nach bildern, nach erlebnissen, nach erklaerungen. und man selbst sitzt einfach nur da und schweigt. laesst das um sich herum einfach alles passieren und ignoriert es. hilflosigkeit, trauer, einsicht. alles auf einmal. mach’s gut. und aerger die engel nicht so sehr.
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May 7th, 2008
Einfach mal nur mal so sich in den Wagen setzen und los fahren. Irgendwo hin. Das Land in sich aufsaugen. Die Landschaft angucken. Die Menschen. Irgendwo anhalten, “Ah” und “Oh” sagen. Die Zeit ganz langsam laufen lassen. Das hat was. Nicht auffallen und trotzdem anders sein. “Zuhause” ganz neu definieren, sich dabei gluecklich anstrahlen und zufrieden sein. Am Wasser sitzen, der Sonne beim Leuchten zusehen, das Salz riechen. Irgendwo in den Waeldern die Riesen bestaunen, sich winzig vorkommen und sich dabei an die Hand nehmen und die naechsten Schritte in dieses fantastisch Unbekannte setzen. Am Morgen die Augen oeffnen und sich freuen, auf was immer da kommt.
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May 5th, 2008
die kreativität der melancholie. das ist doch mal eine ueberlegung wert. melanie sass neben mir und spickte mir diese zettelchen zu: sauber abgeheftet alles, mit post-its versehen. schoen. aber warum das alles? pitt und patt damals waren auch einfach so da. nachts irgendwann. hatten nicht angeklopft. lagen da einfach so rum. und die gedanken flossen, flossen einfach so. all das gespinne im hirn, all die kreativitaet, die auch auf der bühne nicht wirklich kanalisiert werden konnte. wo ist die denn nu hin? hat die einfach so ihre koffer gepackt und ist weitergezogen? oder haben wir die vergessen einzupacken bei einem der umzüge? sitzt sie vermutlich noch zitternd auf dem balkon? oder auf dem sperrmüll zusammen mit all dem anderen kram, der sich im leben ansammelte. kann da mal einer nachsehen? ich ruf’ heute abend mal pitt und patt an. vielleicht haben die die kreativität auch einfach mitgenommen und sie liegen jetzt zusammen da draussen rum. weiss man ja nicht.
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March 5th, 2008
Morgen abend koche ich Preiselbeeren ein. Das muss doch auch mal aufhören, dieses Gelaber ständig. Ich nehme dann einfach einen Pinsel und ritsch, ratsch, fertig. Oben waren sie auch schon den ganzen Tag am Fluchen: Ich will nicht, ich will nicht. Was für ein Geseier. Aber ich habe ja Geduld. Ich nehme mir ein warmes Bier und schau raus. Wird immer wärmer. Also draussen. Ganz kleinlaut war der Gartenzwerg, als ich ihn fragte, wohin er dieses Jahr in den Urlaub fährt. Wüsste er noch nicht. Dabei habe ich ihn gestern noch erwischt, wie er im AAA-Magazin blätterte. Ganz hinten kann man jetzt schon sehen, wie das alles mal aussehen wird. Nicht so gross und wuchtig wie man immer gedacht hat. Nein! Im Gegenteil. Da fällt mir ein, dass die Gläser noch gar nicht sauber sind. Man hat so viel zu tun heute. Einfach zu viel! Da muss ich jetzt doch noch mal raus und Besteck kaufen. Der Gartenzwerg blinzelt mich so komisch an. Ob der was weiss? Naja, bald ist ja Schluss mit dem ganzen Unsinn. Freu mich schon drauf. Und morgen abend koche ich Preiselbeeren ein.
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February 28th, 2008
hinter einer lokusmauer sass der doktor adenauer, hatte kein papier – raus mit dir!
eine apfelsine pro jahr und ein kilo bananen – das war die ddr! die gibt es jetzt nicht mehr!
ich geh mich jetzt kringeln…
hier
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December 31st, 2007
Die Sonne scheint. Die Vögel zwitschern. Die Blumen blühen. Kinder spielen auf der Straße. Die Dekoration zu Weihnachten ist an vielen Häusern noch nicht abgenommen … Moment mal … Deko zu Weihnachten? Kinder spielen auf der Straße? Blumen blühen? Jawohl. Das Leben kann so schön sein.
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December 13th, 2007
Vor über einem Jahr war ich das letzte mal in dieser Stadt. Es ist ein fantastisch seltsames Gefühl durch diese Strassen zu laufen, die einem so vertraut sind. Und doch ist man hier nur Gast. Mit einer kindhaften Neugier sauge ich das alles in mich auf, schaue genau hin, bleibe stehen. Es ist irgendwie warm und kalt zugleich, ich spüre ein Lächeln auf meinem Gesicht und eine Träne im Augenwinkel. Ich schiebe das auf den Wind, der kühl vom Hafen her weht. Voller Erwartung schaue ich in die vielen Gesichter die mir begegnen. Irgendwie könnte es ja sein, dass man das Gesicht kennt. Einige schauen grimmig zurück. Um mich herum ist Weihnachten. Die Lichter leuchten, Kollegen und Freunde treffen sich auf einen Glühwein, viele hasten an mir vorbei, wohl auf der Suche nach dem Geschenk – oder nach einfach nach irgendwas, ist halt Weihnachten. Ein Paar steht neben mir, kuschelt und teilt sich einen Glühwein. Ich bin allein. Stehe mitten in dem Geschehen und sauge all das tief in mich hinein. Vor zwei Jahren gab es an dieser Stelle Gyros in Pita. Für zwei. Jetzt steht vor mir ein Teller Grünkohl mit Pinkel. Ich hatte mich schon die ganze Woche darauf gefreut. Ich geniesse es dort zu stehen, geniesse es den Teller langsam zu leeren, geniesse den Anblick, der sich mir bietet, geniesse dieses seltsame Gefühl in mir. Ich nehme einen Umweg zurück zum Hotel, will all die bekannten Plätze sehen, die kleinen Büdchen genau bestaunen, die Lichter auf mich wirken lassen. Daheim dann davon erzählen. Frohe Weihnachten.
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November 16th, 2007
Das Wort “Alltag” hat sogar einen Eintrag in Wikipedia. Beachtlich, nicht wahr? Routinemäßige Abläufe geben der nahen Umgebung einen familiären Anstrich. Find ich prima und daher ist es auch einen Eintrag hier im Blog wert.
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October 30th, 2007
Interessante Erfahrungen auch abends noch: Die Bude wackelt. Aber gewaltig. Ein Beben der Staerke 5.6.
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October 25th, 2007
Hier … ne, da … mist, passt nicht … uffz, Ecke fertig … wo ist denn nur … wenn ich die Ecke umknicke … ne, nicht gut … nichts erzwingen … hatte ich nicht gerade … ah, warum nicht gleich so … hab ich es nicht gesagt? … wäre das Leben doch so einfach und klar wie ein Puzzlespiel!
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September 14th, 2007
Die schmutzigen Hände wischt er sich am Hemdzipfel ab, schiebt sich die Kappe in den Nacken und fährt mit dem Rücken der Hand über die nasse Stirn. Über mir wiegt sich die Palme leicht in der morgendlichen Brise. Er nimmt den Bündel Dollarscheine, verabschiedet sich kurz und konzentriert sich auch schon wieder auf den nächsten Kunden der kleinen Werkstatt an der Ecke. Ich schiebe meinen Klappstuhl weiter in den Schatten, lehne mich zurück und warte. In der Luft liegt der Duft von Meer, Öl, Benzin und gebratenem Huhn. Der Chinese schräg gegenüber fängt wohl an das Mittag vorzubereiten. Ich gucke in die Luft, sehe die Blätter im Wind schaukeln. Unverständliche Wortfetzen dringen von drüben herüber. Ich bin nicht gemeint. Ich muss noch warten. Aber irgendwie ist das egal. Fast wie Urlaub. Ein bisschen. Irgendwie.
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August 28th, 2007
Und schon wieder packt man die ganzen Sachen zusammen, verstaut alte Erinnerungen. Schliesst die Kartons, die das Leben beinhalten. Laesst den Kram verstauen und schaut hinterher. Wehmuetig. Zuversichtlich. Hoffend. Man wuenscht sich, dass das nicht zur Routine wird. Nur noch wenige Stunden trennen einem vom Neuen. Aufregend. Ich kann das Wasser schon wieder riechen …
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August 17th, 2007
Mit ein paar Freunden an einem Ort sitzen, an dem man schon vor etlichen Jahren sass, sich damals schon ausgemalt hat, wie es wohl waere fuer immer hier zu sein. Zumindest fuer laenger. Nicht zurueck zum Flughafen zu muessen, sondern quasi einfach die Strasse runter. Nach hause. Verruecktes Gefuehl damals. Voellig unrealistisch. Und heute? Immernoch ein verruecktes Gefuehl. Absurde Vorstellung, voellig unwirklich und nicht zu fassen. Und doch real.
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June 28th, 2007
Vor einiger Zeit hat jemand gefragt, ob ich Europa vermisse. Ich musste nachdenken. Lange. Ich musste passen. Irgendwie ist man ueberhaupt nicht dazu gekommen, sich darueber Gedanken zu machen. Ueber Heimat. Jenseits von “da komm ich her”. Es gibt soviel Dinge, so viele Sachen im Kopf. Es ist alles neu, ja, aber auch alles anders. Alles interessant. Zu entdecken, zu lernen, Perspektiven zu verstehen. Natuerlich sind die so genannten Wurzeln noch die gleichen. Die “Heimat” noch die gleiche. Das wird sich mit Sicherheit auch nicht aendern. Aber muss man es vermissen? Es ist doch alles noch irgendwie da, greifbar. Die Frage kann ich wahrscheinlich noch immer nicht beantworten. Nicht mit einem einfachen “Ja” oder “Nein”.
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June 1st, 2007
Als der Typ da so am Baguettestand stand und merkte, dass das, was er gekauft hatte gar nicht in seine Tüte passte, rief ihm ein alter Kollege aus der hinteren Ecke zu, er solle doch einfach zwei davon kaufen und dann halbieren. Passte. Und ausserdem hatte er jetzt ein Baguette mehr – und das ohne Bezahlung. Beim Umdrehen, um sich auf den Weg zur Strassenbahn zu machen, verhakte die neue Brille. So war es ganz schön schwierig, den Blick für das Wesentliche dieser Welt zu behalten. Es war doch so schon schwierig, die ganzen unverständlichen Haltestellennamen auseinander zu halten. Und dann auch noch das: Der Schienenweg war versperrt durch eine rot-weisse Kette. Wie ein Gummi dehnte sie sich, als sich die Bahn dagegen stemmte, um dann plötzlich einfach abzubiegen und den grünen Hügel hinunter zu rasen. Das war ihm alles nichts. Allein mit Baguette und Plastiktüte machte er sich auf den Weg nach Hause. Er wollte doch nur essen, wollte doch nur allein sein. Das Geschehen rings um ihn war ihm völlig egal. All die Perfektionisten, die ihn überholten und doch nicht voran kamen. Egal. Inzwischen sass die Brille wieder. Er sah. Doch verstehen tat er es noch immer nicht.
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